Türkische Polizeibeamte in Karlsruhe:














 




"Yarinlara gec Kalmadan" - "Die Zukunft nicht verpassen"

Unter diesem Motto hat eine Gruppe türkischer Polizeibeamtinnen und Beamter, in Karlsruhe, in der Stadthalle, im Hans-Thoma-Saal ein Theaterstück aufgeführt. Auf den ersten Blick eher unspektakulär, was der Sache jedoch nicht gerecht wird. Daher in kurzen Worten die ganze Geschichte.

Der Polizeipräsident aus Antalya, Herr Feyzullah Arslan, hat ein Theaterstück geschrieben, dass er von jungen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten bereits über 100 Mal aufführen ließ. Der Appell des Theaterstückes zielt mit seiner unterhaltsamen Handlung darauf ab, wie wichtig eine funktionierende Kommunikation innerhalb der Familie ist. Gerade die Gefahren des Drogenmissbrauchs müssen offen angesprochen werden. Der Leiter der IPA Landesgruppe Rheinland-Pfalz, Helmut Irmen, und Selim Demiröz machten es sich zur Aufgabe, Herrn Arslan und die Theatergruppe nach Deutschland zu holen, um den hier lebenden türkischen Familien und Jugendlichen mit dem Theaterstück die darin behandelte und hoch aktuelle Thematik näher zu bringen.

Das Innenministerium Rheinland-Pfalz förderte die Aufführungen des Theaterstücks in Mainz, Koblenz und Ludwigshafen. Das Innenministerium Baden-Württemberg hingegen sah, mit Hinweis auf eigene Präventionsprojekte, von einer Förderung der Aufführung in Baden-Württemberg ab. Selim Demiröz nahm in dieser Angelegenheit Kontakt mit den ständigen Vertreter des Polizeipräsidiums Karlsruhe, Herrn Leitenden Polizeidirektor Roland Lay, Kontakt auf. Er warb mit seinem Projekt und bat um Zusammenarbeit. Herr Demiröz wollte das Theaterstück in Karlsruhe aufführen lassen und den Inhalt des Stückes türkischen Familien nahe bringen. Gleichzeit galten seine Bemühungen der deutsch/türkischen Freundschaft und dem Versuch, Kontaktbarrieren zwischen der türkischen Bevölkerung und der deutschen Polizei abzubauen. Das Polizeipräsidium Karlsruhe unterstützte Demiröz im Rahmen seiner Möglichkeiten.
Die IPA Karlsruhe brachte sich tatkräftig in die Gestaltung eines Rahmenprogramms zu der Veranstaltung ein. So wurde eine Führung durch das Führungs- und Lagezentrum des Polizeipräsidiums Karlsruhe und durch das Polizeirevier Karlsruhe-Südweststadt organisiert. Die anschließend durchgeführte Stadtführung, vom Polizeipräsidium Karlsruhe bis zum Bundesverfassungsgericht forderte von unseren türkischen Gästen höchste körperliche Anstrengungen. Noch die molligen 18 Grad Celsius aus Antalya gewohnt, verlangten die eisigen Temperaturen in Karlsruhe den Gästen das Äußerste ab. Zur Erleichterung der Theatergruppe befindet sich auf dem Weg das ECE-Center, wohl temperiert und windgeschützt.

Rudi Steinmann führte die Gruppe weiter, bis zum Bundesverfassungsgericht und erklärte hierbei Monumente unserer Stadtgeschichte. Im Bundesverfassungsgericht folgte eine Führung durch die Sitzungssäle und das dortige Bundespolizeirevier. PHK Werling, von der Bundespolizei, nahm sich viel Zeit, um all die Fragen zu dem Gericht selbst, aber auch zu der Stellung des Bundesverfassungsgerichts, als eines der obersten Verfassungsorgane der Bundesrepublik Deutschland, zu beantworten.

Am Abend wurde das Theaterstück auf Grund der großen Nachfrage kurzerhand zwei Mal aufgeführt. Dass dies gelang lässt sich nur mit der unkomplizierten orientalischen Mentalität der türkischen Gäste und Veranstalter erklären. Statt kalkulierter 600 Besucher konnten, unter anderem über das türkische Generalkonsulat, 1.200 Karten verteilt werden.
Im Foyer befanden sich Stände der IPA Karlsruhe, der Kriminalprävention des Polizeipräsidiums Karlsruhe und dem Amt für Integration der Stadt Karlsruhe.
Selim Demiröz eröffnete die Abendveranstaltung. Es folgten Grußworte von der türkischen Generalkonsulin, Frau Birgen Kesoglu, Bürgermeister Harald Denecken, Polizeipräsidentin Hildegard Gerecke und Polizeipräsident Feyzullah Arslan.

Das Theaterstück selbst lebte von dem schauspielerischen Talent seiner Darsteller, die den hochaktuellen Inhalt den Zuschauern sehr plastisch vermitteln konnten.
Nach der ersten Vorstellung kam es zum Austausch von Gastgeschenken. Auf Grund des Umstandes, dass noch eine weitere Vorstellung folgte wirkte dieser Austausch von Präsenten etwas improvisiert, war jedoch nicht weniger herzlich.
Frau Birgen Ke?o?lu lud die Darsteller und Initiatoren nach der Vorstellung zum gemeinsamen Essen in die Gaststätte "A la Turka" ein, wo der Tag einen gemütlichen Ausklang fand.

Zu dem Theaterstück selbst möchte ich hier auf die Presseveröffentlichung der IPA-Landesgruppe Rheinland-Pfalz (http://www.ipa-rheinland-pfalz.de/) verweisen. In der, wie es kaum treffender möglich ist, die Geschichte des Theaterstücks und seiner Darsteller zusammengefasst ist.

Insgesamt war es ein sehr schöner Tag, mit interessanten Gesprächen und Erfahrungen. Ich möchte allen danken, die am Gelingen dieses Tages mitgewirkt haben. Um nicht Gefahr zu laufen, jemanden zu vergessen, unterlasse ich es jetzt, die zahlreichen Helfer namentlich aufzuführen.

Peter Herwig

Servo per Amikeco


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